Es carvt“: 

Erste gemeinsame Fortbildung der WSC-Ski- und Snowboard-Übungsleiter


Zum ersten Mal schlossen sich die Snowboard-Übungsleiter des Wintersportclubs Goldener Grund mit ihrem Nachwuchs dem Fortbildungs- und Sichtungslehrgang der Ski-Übungsleiter an. Beide Gruppen verbrachten zwei Tage Intensivtraining unter der Leitung von Harald Marx, Ausbildungswart und stellvertretender Leiter der Ski- und Snowboard-Schule Treisberg.  

Nach dem heißen Sommer läuteten die Vereinsübungsleiter des Wintersportclubs Goldener Grund die Wintersaison ein. Die Lifte auf dem Kitzsteinhorn bei Kaprun sind erst seit zwei Wochen wieder in Betrieb, trotzdem waren die Schneeverhältnisse auf dem Gletscher sehr gut. Wer für den WSC als Ski-Übungsleiter tätig sein möchte, muss mindestens alle zwei Jahre an der vereinsinternen Fortbildung teilnehmen. Es ist alles ehrenamtlich. Aus dem Ski-Übungsleiter-Team haben teilgenommen: Melanie Wirsing, Ilka Becker, Johannes Schumacher, Harry W. Biesel, Gerhard Rothenberger, Thomas Weber, René Scherer, Manfred und Martina Heun, Christine Sabel, als eventueller Nachwuchs-Übungsleiter Jan Steuerwald und als Gast Gabi Steinberg.

Für die Vermittlung der neuesten Erkenntnisse in der Skitechnik und neuer Impulse in der Art des Unterrichtens waren Otmar und Heidi Grünwald, bei DSV-Skilehrer und ehemalige Landesausbilder, zuständig. Es wurde in zwei Gruppen trainiert. Den ersten Tag gestaltete Harald Marx, indem er gezielt einige Gedanken aus dem neuen DSV-Skilehrplan „Perfekt“ herausnahm: Es wurde ein möglicher Lehrweg vom Einsteiger über den Fortgeschrittenen zum Könner und zum Spezialisten aufgezeigt, damit die Skischüler über die offene Pflugstellung und das offene Parallele Grundschwingen schnell und effektiv Skifahren lernen. Hier hat jeder an sich selbst gearbeitet, unter den kritischen Augen der Kollegen, denn es ist wichtig, dass nicht so geübte Skischüler an ihren Skilehrern die Bewegungen genau erkennen können. Schwerpunkte beim „um die Kurve fahren“ (mit Carvern) sind immer wieder 1. Kanten – 2. Belasten – 3. Drehen – 4. Steuern. Es wurden auch immer wieder die Fahrspuren betrachtet und kontrolliert, ob das Gefühl für Fahren auf der Kante und das für das Driften richtig ist.

Schwerpunkt bei Otmar Grünwald am 2.Tag war das Verbessern der eigenen Carving-Technik. Die Fragestellung war „Wie bringt man Skifahrern bei, auf der Kante zu fahren, die mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorerfahrungen in unsere Kurse kommen?“ Es wurde Kippen, Kanten, Belastungswechsel, Unterstützung durch Armbewegungen und Stockeinsatz geübt. Noch mal zur Erinnerung: Beim Carven macht man Gleitschwünge, mindestens ein Ski ist immer belastet.

Der Ansatz von Heidi Grünwald war diesmal etwas anders: „Es carvt“ oder „Wie und warum fährt der Ski um die Kurve?“ Das heißt, wenn der Skifahrer nicht gegen seinen Ski arbeitet, fährt dieser von allein um die Kurve – durch die starke Taillierung. Man braucht also nur leichte Köperkorrekturen vornehmen und Geduld zu haben – und schon fährt man automatisch um die Kurve. Es wurde nun schrittweise untersucht, welche Impulse der Mensch geben kann, um die Ski aufzukanten. Das ist das Kippen, und zwar entweder zuerst das Knie oder die Hüfte oder den ganzen Körper. Dem Skischüler muss man Bewegungsbilder vermitteln, damit er sich traut, mit seinem ganzen Körper in Richtung Tal, also in die neue Fahrtrichtung, zu kippen. „Stellt Euch vor ...“ Die Vorstellungen waren so witzig und lebensnah, dass alle Ihren Spaß hatten und sogar nebenbei neue Bewegungserfahrungen sammeln konnten. Einige Aha-Erlebnisse und Technik-Verbesserungen wurden festgestellt.

Das Snowboard-Team des WSC war komplett anwesend. Ursprünglich waren es nur Oliver Fritz, Markus Bölsing und Chris von Reichenbach. Damit der WSC besonders bei den Jugendfahrten noch mehr Snowboard-Kurse anbieten kann, waren drei Nachwuchs-Snowboarder dabei, die im WSC das Snowboardfahren gelernt haben und sich gern engagieren wollen: Christian Uhrig, Tobias Glasner und Matthias Sabel. Damit auch die Snowboarder von jemandem profitieren, der neue Impulse hereinbringt, war zum ersten Mal Thomas Selbach, seines Zeichens langjähriger Snowboard-Instructor und Referent Snowboard im Hessischen Skiverband, dabei. Damit war gewährleistet, dass auch das Snowbard-Training auf sehr hohem Niveau stattfand. Übrigens ist Thomas Selbach gleich in den WSC eingetreten, so dass man von einer weiteren kontinuierlichen Arbeit im Snowboard-Team ausgehen kann.

Nach allen Seiten offen zeigen sich unsere Snowboard-Übungsleiter, bereit, auf alle technischen und methodischen Innovationen einzugehen. Starr und schematisch ist nichts mehr.
Um die Lehrplananforderungen bei den Kursen mit den Schülern umsetzen zu können, wurden die Techniken der Schwungformen methodisch aufgearbeitet und verfeinert.
Thomas Selbach setzte die Anforderungen mit den WSC-Snowboardlehrern locker und mit jeder Menge Spaß in die Praxis um. Beim Freien Fahren im Gelände und auf der Piste wurden die theoretischen Zusammenhänge schnell klar und entsprechend geübt. 3 junge Talente wurden parallel intern gesichtet und werden im Laufe der Saison die Übungsleiterausbildung beginnen.
In diesem Sinne unseren Snowboardlehrern und "Anwärtern" viel Erfolg für die neue Saison!

Die Fahrt verlief bei Sonnenschein sehr harmonisch und hat viel allen Spaß gemacht. Für die Neulinge diente die Fahrt als eine Art Sichtung. Es wäre schön, wenn sie auch Lehrgänge beim DSV besuchen würden und in das Übungsleiter-Team hineinwachsen würden. Die Gruppe war wie immer im Gasthof Zur Mühle sehr gut untergebracht. Im Rahmenprogramm gab es diesmal eine Besichtigung einer Schnapsbrennerei. Die hohe Teilnehmerzahl an dieser Fortbildung zeigt wieder einmal den guten Zusammenhalt der WSC-Übungsleiter. Sie freuen sich jetzt schon darauf, die Erkenntnisse bei den nächsten Skitrainingsfahrten weiterzugeben.

Das war die Gruppe 2 mit Harald Marx am ersten Tag
Hier ist die Gruppe 1
Die Snowboardgruppe mit Leiter Thomas Selbach bei der Theorie auf der Piste
Als Erinnerung und für den gemeinsamen Auftritt bekam jeder eine Kappe mit DSV-Logo.
Nun übernimmt Heidi Grünwald das Kommando!
Auch der gesellige Teil in der Jausenstation Unteraign kam nicht zu kurz

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