Fortbildung der WSC-Übungsleiter auch im 20. Jahr der Skischule

Skischulleiter Horst Schmitt und Ausbildungswart Harald Marx des Wintersportclubs Goldener Grund sind hoch erfreut über die Bereitschaft der Ski-Übungsleiter, sich auf eigene Kosten fortzubilden.

Diesmal waren es sogar 18 Ski-Übungsleiter des Wintersportclubs Goldener Grund, die von Otmar Grünwald, Mitglied des Skilehrerverbandes, über die neuesten Trends informiert wurden. Es gibt jetzt wieder einen neuen Skilehrplan, der die Grundlage der diesjährigen Fortbildung darstellte. Zum einen konnte die eigene Technik verbessert werden, zum anderen wurde den Teilnehmern immer wieder bewusst gemacht, worauf es beim Skifahren ankommt: „Nicht in die Kurve drehen, sondern in die Kurve fahren“. Wichtig ist das perfekte Timing zwischen Kanten, Drehen und Belasten, damit man ohne allzu viel Kraftaufwand sicher und zügig Ski fahren kann. Es gab wieder neue Anregungen für den Ski-Unterricht.

Alles in allem verlief die von H. Schmitt und H. Marx organisierte Fahrt bei schönstem Sonnenschein sehr harmonisch und hat viel Spaß gemacht. Die Gruppe war für vier Tage im Gasthof Zur Mühle in Kaprun wieder sehr gut untergebracht. Die hohe Teilnehmerzahl an dieser Fortbildung zeigt wieder einmal den guten Zusammenhalt der WSC-Übungsleiter. Sie freuen sich jetzt schon darauf, die Erkenntnisse bei den nächsten Skitrainingsfahrten weiterzugeben.

 Neben dem Skifahren wurde der WSC-Gruppe auch noch eine besondere Ehrung zuteil: Sie bekamen vom Fremdenverkehrsverband Kaprun einen Teller (mit dem Bild der Burg) zur 20-Jährigen Wiederkehr nach Kaprun überreicht. Die Ehrung nahmen Fritz Marokutti vom FFV und Gottfried Nindl, ehemaliger Abgeordneter des Landes Salzburg und Vorsitzender des Kapruner Burgvereines sowie seiner Frau, der Geschäftsführerin des Gasthofes Mühle, in dem der WSC schon oft logierte, vor. Sie bedankten sich für die langjährige Treue und Freundschaft. 

 Teilgenommen haben: M. Schütz, I. Becker, P. Glaub, J. Schumacher, M. Wirsing, H. Schmitt, E. Hollingshaus, K-H. Müller, F. Krones, H. W. Biesel, G. Rothenberger, H. Marx, T. Weber, R. Scherer, M. und M. Heun und als Gäste J. Tobien und C. Gruber.

  

 Auszüge aus dem neuen Skilehrplan „Basic“ für Skifahrer, Carver, Snowboarder, Telemarker

 Der Skilehrplan Basic legt die Grundlagen für den „Schneesport“. Der zentrale Lehrplaninhalt ist das Lehren und Lernen des Kurvenfahrens. Der Aufbau unterscheidet sich von den vorhergehenden Lehrplänen:

 

 Einige Bemerkungen zu den einzelnen Kapiteln:

  1. Der Aufgabenexperte

Der moderne Skiunterricht ist nach allen Seiten offen. Man kann verschiedene Aufgabentypen unterscheiden: Technikaufgaben, Probier- und Experimentieraufgaben, Variations- und Kontrastaufgaben, Situations- und Geländeaufgaben, Empfindungsaufgaben (Rhythmus), Spiel- und Wettbewerbsaufgaben. Korrigieren: kurz, positiv, kurze Stehzeiten

  1. Der Bewegungsexperte

Kanten (Fuß - Knie - ganzer Körper: Kippen, Auf- und Umkanten), Drehen (Bein, Ganzkörper, Voraus-, Gegendrehen), Belasten (Last verteilen, einbeinig (Tal-Berg), beidbeinig (vorne - hinten), Zusammenhänge zwischen Kanten, Drehen, Belasten, Kanten nur mit Belastung, Drehen mit oder ohne Belastung, Grundvoraussetzung: Körperposition (Innen- oder Außenski). Checkliste:

a)       Kurve einleiten bzw. wechseln: Es werden zwei Qualitäten der Ausführung unterschieden: Spur in Spur (Kurvenschneiden) oder Andrehen (Kurvendriften)

b)       Kurve steuern: auch zwei Qualitäten der Ausführung: Carven oder Steuern mit Driftanteil

  1. Der Organisationsexperte

Die bekannten Leitlinien gelten immer noch. Mögliche Aufstellungs- und Organisationsformen sind: Vorfahren, einzeln oder hintereinander nachfahren, Hinterherfahren, Umlaufbetrieb, Beratungsservice, Stationsbetrieb, vorher Gedanken machen über: die Gruppe, das Skigebiet, Hilfsmittel, Sicherheit, Sammelpunkte, schlechte Sicht, FIS-Regeln, Gruppengefühl und Erleben stärken, abseits der Piste

  1. Der Motivationsexperte

Der Skilehrer kann motivieren durch die Aufgabenstellung, durch Gelände- oder Schneewechsel (Erlebnisse Winter-Natur, Wagnis-Überwindung), durch offene Unterrichtsgestaltung (Zielflexibilität, Schüleroffenheit, Individualisierung, Sinnorientierung), durch Gruppenerlebnisse (Spiele, Formationsfahren, Wettbewerbe), Berücksichtigung von Erwartungshaltungen

  1. Der Kommunikationsexperte

Die Verständigung zwischen Lehrer und Schülern muss gut funktionieren, mit Sprache, Körpersprache, Augensprache und evtl. weitere Hilfsmittel. Tipp: „Man sehe sich als Übungsleiter in erster Linie als Dienstleister, der seine Schüler zu ihren Zielen führt und ihre Träume verwirklicht“.

  1. Basisunterricht

·         Geräte sichern und tragen, Bindungen beherrschen, Stürzen und aufstehen, anhalten können, Lift fahren,

·          geradeaus fahren – gleiten: Körperlagen und Körperstellungen erforschen, das Gerät führen können, Gleiten optimieren, Arme einsetzen;

·         Kurven fahren nahe der Falllinie: Auf- und Umkanten lernen, Auf- und Umkanten rhythmisieren

·         ausgeprägtes Kurvenfahren: Aktionen intensivieren, Belastungswechsel sicherer ausführen, Drehen einbeziehen;

·         Springen und Experimentieren;

·         Carven: Kippen – Kanten – Steuern, sich gedulden lernen, Kurvenlage steigern, Kurvenwechsel betonen

·         Fahren in steilerem Gelände: Selbstvertrauen aufbauen! Hoch-tief-gehen, kanten und/oder drehen

·         Fahren über wellige Pisten: Wirkung von Wellenkamm und Wellental erfahren

·         Fahren über glatte bis eisige Pisten

·         Fahren in tieferem Schnee

·         Schonendes und komfortableres Fahren: Kurvenfahren variieren und Körper zielgerichtet einsetzen, durch Rhythmus ökonomisieren, Körperwahrnehmung steigern

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