
Der Tümpeltaucher
Offizielles Vereinsorgan des
Tauchverein Tümpeltaucher Bad Camberg e.V.
Mitglied im Verband Deutscher Sporttaucher (VDST)
16. Ausgabe
Bad Camberg, im Oktober 1998
Hallo liebe Tümpeltaucher,
es ist wieder Zeit für unsere Jahreshauptversammlung. Da in
diesem Jahr auch ein neuer Vorstand gewählt wird, hat jeder die
Gelegenheit, sich für einen verantwortungsvollen Posten zur
Verfügung zu stellen.
Neben den formalen Tagesordnungspunkten winkt im Anschluß ein schmackhaftes Abendessen (das leider nicht vom Verein bezahlt wird) und ein gemütliches Zusammensein.
Offizielle Einladung auf Seite 2.
Die Redaktion B - F - S.
Termine 98/99
Trainingszeit: Dienstags 19:45 Uhr Hallenbad
Abtauchen: 8. 11. Weinheim
Tauchsonntag: 18. 10 Schönbach
Seminar Süßwasserbiologie: 21.11. 14:00 Uhr Bad Camberg
Jahreshauptversammlung: 28. 11. 19:30 Uhr Bürgerhaus Oberselters
Weihnachtsessen: 22.12. (voraussichtlich)
Wanderung: (Termin später )
Aktuelle Termine am Schwarzen Brett im Hallenbad und in der Presse
Einladung zur Jahreshauptversammlung
Liebe Vereinsmitglieder,
die diesjährige Jahreshauptversammlung des Tauchvereins Tümpeltaucher Bad Camberg e.V. findet am 28.11.1998 um 19:30 Uhr im Bürgerhaus Oberselters statt.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes
2. Kassenbericht und Bericht der Kassenprüfer
5. Beschlußfassung über vorliegende Anträge
6. Festsetzung der Mitgliedsbeiträge und außerordentlichen Beiträge
7. Terminfestlegung für 1998/1999
Der Vorstand
Gregor macht Gold
Nachdem ich, stilgerecht mit Sekt unter Wasser, am 03.07.98 mein 20-jähriges Tauchjubiläum feiern konnte, war es wohl langsam an der Zeit mal wieder einen Tauchschein zu machen. Zwar hatte ich bisher bei 3 verschiedenen Organisationen 3 verschiedene Prüfungen abgelegt und immerwieder gesagt "jetzt reichts", doch diesmal soll es wirklich die letzte Stufe gewesen sein.
Das erste Problem zeigte sich bei der Suche nach einem geeigneten Prüfer, sprich TL2. Zwar haben wir eine eigene TL2 im Verein, doch lehnte diese mich als Prüfling einfach ab. "Zuviel privater Interessenskonflikt". Soll heißen: "Laß ich dich bestehen, heißts Pro Familia, laß ich dich durchfallen, hängt der Haussegen schief". Also nichts mit Prüfer im eigenen Haus. Der nächste Kandidat war Jörg E. aus W.. Gefragt, ob er Interesse an einer Gold-Abnahme habe, stimmte er ganz spontan und erfreut zu. Als er erfuhr das ich der Prüfling bin, kam nur noch die eine Aussage: "DEN ?!?!?! NEIN" Angeblich soll der Prüfling Respekt vor dem Prüfer haben. Und das nur, weil ich mal über sein Fußblei gelacht habe. Aber nichts desto Trotz, wir haben eine Lösung gefunden. Karin und Jörg machen mich gemeinsam fertig, äh prüfen mich. Es konnte also los gehen.
Der erste Schritt waren nun die 2 Seminare die beim HTSV abgehalten wurden und für die Gold-Prüfung erforderlich sind. Das Erste war Tauchsicherheit und Rettung und das Zweite hieß Nachttauchen und Gruppenführung. Nachdem Bernhard berufsbedingt nicht mitmachen konnte mußte ich leider alleine hinfahren. Zwar war Karin beim Ersten als Ausbilderin anwesend, doch nicht in meiner Gruppe und von daher für mich nicht so relevant. Doch dazu mehr an anderer Stelle.
Der zweite Schritt war die Theorie. Als Goldanwärter mußte ich nicht nur zuhören, sondern auch einen Vortrag halten. Nachdem die beiden Silberaspiranten ihre Theorieprüfung mit Glanz bestanden haben, gehe ich davon aus, daß mein Vortrag in Ordnung und verständlich war. Oder? Meine eigene Prüfung schrieb ich dann am Vorabend zum ersten Praxis Prüfungsteil. Auch hier war das Ergebnis in Ordnung. Nicht zu gut und nicht zu schlecht.
Jetzt kam die Praxis. Beim VDST ist es eigentlich nicht zu vermeiden, daß man den ein oder anderen Prüfungsteil vorher mal geübt hat. Und genau da begann das Problem. Durch die hohe Zahl von Bronzetauchern die in Schönbach diesen Sommer geführt werden mußten und der Bronzekurs sich wie Kaugummi durch den Sommer zog, kam ich eigentlich gar nicht zum Üben. Und das mit eigener TL2 im Haus. Also mußte der Urlaub herhalten. Aber wer hat schon Lust auf Übungen wenn sich im klaren Wasser des Salzkammergutes Steilwände mit einmaligen Aussichten auftun. Außerdem ging die eine Übung dann tatsächlich voll daneben und mir war klar, daß muß noch mal gemacht werden. Die Frage war nur wann, wo und mit wem. Karin hatte keine Zeit mehr und ansonsten sahs mit Begleitern die genau an dem einzig möglichen Termin Zeit haben mau aus. Außer Gisela. Bei Gisela zu fragen ob sie zum Tauchen mitkommt ist genauso intelligent wie die Frage ob es Abends dunkel wird. -LOGISCH- Diesmal funktionierten dann meine Übungen tatsächlich und es konnte losgehen.
Und es ging los. Bergung eines Bewußtlosen Tauchers aus ca. 7,5m nur im ABC und Anzug. (Wo war eigentlich dessen Partner?). Anschließend apnoe bis auf 10m und Gruß - Meldung - Kuß beim wartenden TL. Danach kam dann der erste "echte" Tauchgang. Und mit Sicherheit mein letzter Tauchgang mit Naßtauchanzug für lange Zeit in Schönbach. Der zweite Tauchgang war dann wärmer und verlief für mich auch sehr zufriedenstellend, so jedenfalls sprach Jörg. Außerdem gabs noch Kuchen von Silvia. Extra für uns gebacken.
Nächster Termin war dann ein Nachttauchgang. -Organisation und Durchführung-. Hat alles prima geklappt und das ich meine Prüferin nach ca. 3min im Wasser abgeschüttelt hatte fiel kaum noch ins Gewicht. Hier noch mal vielen Dank an Reimund der als Beleuchter den Einstieg sicherte und dabei auch noch diverse Handys und Quixe unter Kontrolle halten mußte.
Die nächsten Prüfungsteile verliefen dann wie erhofft. Alles blieb ruhig und meine Tauchpartner, bzw. zu führenden Gruppenmitglieder, benahmen sich sehr kooperativ und machten mir in dieser Beziehung das Leben einfach. Dafür stellte ich mich dann bei deren Bergeübung als Opfer zur Verfügung. Es ist ein irres Gefühl, wenn einem bei der Bergung eiskaltes Wasser durch die Halsmanschette in den Rücken läuft und man die größte Mühe hat ohnmächtig zu bleiben.
Bleibt noch zu sagen, daß gerade diese Übung allen drei Prüflingen den meisten Streß bescherte und mit Sicherheit eine der Übungen ist die öfters mal neu geübt werden sollten.
-Für den Ernstfall- Meinen Dekostop auf 3m Tiefe haben die Prüfer jedenfalls nicht als solchen sehen wollen und von daher auch nicht gerade mit Lob bedacht. Aber das kommt davon wenn mans extrem gut machen will.
Als Fazit kann ich sagen, daß es mir trotz Nervosität und einigen Zeitproblemen doch Spaß gemacht hat. Karin und Jörg waren mir ein faires Prüferteam, zumal ich mich bemüht habe nicht zu respektlos gegen Jörg zu sein, und ich würde es wieder bei den Beiden probieren. Aber ich hab ja gesagt, daß das jetzt wirklich der letzte Schein war den ich mache.
-Das nächste ist vielleicht ein Höhlen- oder Wracktauchseminar.-
die rostige 88
Brendel´s Grill hat Tradition in Schönbach
Was gibt es um 9.00 Uhr sonntags am Grünen Platz in Bad Camberg schon zu sehen ?
Tote Hose ? Weit gefehlt, denn jeden dritten Sonntag im Monat treffen sich dort immer noch zahlreiche Taucher ,um gemeinsam nach Schönbach zu fahren und um dort einen Sprung ins kalte Wasser zu wagen.
Wenn ich mein Logbuch so anschaue, finden sich in diesem Jahr folgende Einträge :
- Ganze 4 Grad Celsius in 18 Meter Tiefe ! Bin froh, daß vor lauter Zittern der Automat
drin blieb.
- Sprungschicht mit null Sicht (da hieß es mal wieder Händchenhalten)
- Malermuscheln aufgespürt (Gisela war von den Socken über dieses Gebilde !)
- Doch - oh Wunder - Orientierungskurs mit guter Sicht (will uns der See veräppeln ?)
- Fische gibt´s natürlich noch an den bekannten Stellen ! Heute schon beim Hecht
gewesen ?
- So mancher mußte dann nach Jan-Oles 100 Tauchgang erklärt bekommen, wie man
eine Sektflasche unter Wasser zu halten hat, damit der Nächste in der Runde auch noch
Sekt bekommt und nicht nur Seewasser !
Doch außer dem Tauchvergnügen erwarten die Teilnehmer noch kulinarische Köstlichkeiten.
Vom Krabbensalat über Buntes Allerlei bis zu dem schon legendären Tortellinisalat á la Claudia ist fast alles schon dagewesen. Bis das Fleisch auf Brendels Grill fertig ist, probieren die meisten schon so viel Salat , daß sie oft gar keinen Hunger mehr haben. So muß das
ein oder andere Würstchen später (nach dem zweiten Tauchgang)oder zu Hause kalt gegessen werden. In der Zwischenzeit sind die verschmähten Speisen allerdings hochgradig gefährdet, denn so mancher Hund streunt neugierig um den Grill herum, wenn er nicht von Lia vertrieben
wird, die mit der Verteidigung der Essensreste beauftragt ist.
A propos Essenreste. Bei Jan-Ole gibt es diese natürlich nicht ! Denn Jan verdrückt Steaks,
Würstchen, Spieße ... noch vor dem zweiten Tauchgang in Massen, was ihn nicht davon abhält,
nach dem Nachmittagstauchgang noch triefend naß weitere Speisen zu sich zu nehmen. Wohin er das nur alles schiebt ?
Wen man nach dem Eisessen nach Hause fährt, schläft der ein oder andere Beifahrer ein, denn
Tauchen und Essen machen soooo müde. Originalton Jan-Ole : "Ich lege heute nur noch die Füße auf´s Sofa." Guten Schlaf wünscht das aufgeweichte Logbuch !
Artikel für den Tümpeltaucher
Wiederholt hatten wir darauf hingewiesen, daß wir immer Artikel für den Tümpeltaucher benötigen. Wir bitten hiermit nochmals darum, Eure Urlaubsberichte, Berichte über Vereinsaktivitäten und -fahrten, weitere Berichte zum Thema Tauchen ... möglichst auf Diskette (Reimund: 3,5 Zoll !) bei Sonja abzugeben.
Aus gegebenem Anlaß weisen wir darauf hin, daß Sonja lediglich die einzelnen Berichte
sammelt und zusammen mit Bernhard und Frank (ggf. zukünftig auch mit Gisela)
zusammenstellt. Es wäre schön, wenn sich ohne Aufforderung auch einmal Andere
bereiterklären würden, einen Artikel zu verfassen. Für eine Mithilfe im "Redaktionsteam"
sind wir ebenfalls dankbar !
Bronze Tauchkurs 1998 - Ja da war etwas
Es gab in diesem Jahr wirklich einen Bronze Tauchkurs, der eher den Namen "Frust Kurs für Ausbilder" verdient. Vier Teilnehmer gingen ins Rennen. Leider hatte Ursula gleich nach der ersten Stunde einen so schweren Unfall, daß sie und ihr Mann den Kurs um ein Jahr verschieben mußten. Zur Beruhigung, Ursula geht es mittlerweile wieder gut und ab Ende Oktober wollen die beiden am Hallenbadtraining teilnehmen.
Dann waren es nur noch zwei. Und das Lotteriespiel begann. Wer kommt zur Stunde (egal ob Theorie oder Praxis)? Kommt überhaupt jemand? Das waren die beiden Fragen, die im allgemeinen erst 15 Minuten nach Stundenbeginn beantwortet werden konnten. Soetwas frustet das Ausbildungsteam (Andreas, Gregor und natürlich meiner einen) ziemlich. Die weniger guten diesbezüglichen Ausreden lauteten z.B.:
Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Kurs dann nicht Anfang Juli sondern Mitte August abgeschlossen. Von den ursprünglichen Teilnehmern machte das nur mehr einer. (Wie war das mit den zehn kleinen Negerlein?).
Miriam, die im letzten Jahr krankheitsbedingt den Herbstkurs nicht abschließen konnte, mußte daher auf ihr Bronze auch relativ lange warten. Sie schaffte es aber mit Bravour und fand auch Freude am Umziehen und Flaschenschleppen, wie am Tauchwochenende eindeutig zu sehen war.
Welche Konsequenzen ich daraus ziehen werde, ist mir noch nicht so klar. Meine Bereitschaft, auf terminliche Wünsche einzugehen, ist mittlerweile sehr gering. Wie ich das Thema im nächsten Jahr regeln werde, darüber kann ich mir den ganzen Winter über den Kopf zerbrechen.
Karin
Aus Fehlern lernen - Doppeltes Glück
Eine Gruppe befreundeter Taucher kam von einem Kurzurlaub vom Walchensee zurück und erzählte die Geschehnisse, die sich in zwei Gruppen während eines Tauchgangs ereigneten.
Rolf und Jens, zwei erfahrene Taucher (beide VDST Gold), die schon seit Jahren zusammen die heimischen Gewässer unsicher machen, waren auch wieder gemeinsam unterwegs. Die Ausrüstung von beiden ist kaltwassertauglich und in gutem Zustand: 2 getrennt absperrbare Atemregler und Trockentauchanzug.
Auf ca. 35 Meter vereist der Atemregler von Jens. Er nimmt seinen Zweitregler und signalisiert Rolf, das entsprechende Ventil zu schließen. Nach ein paar Minuten, bittet er, dieses Ventil wieder zu öffnen. Der Atemregler funktioniert wieder einwandfrei, also wird der Abstieg weiter fortgesetzt. Auf ca. 45m vereist der Atemregler wieder. Jens nimmt wieder seinen Zweitregler und Rolf schließt das Ventil - leider das Falsche. Rolf stellt irritiert fest, daß der Blasenschwall nicht weniger wird und daß Jens nun nicht mehr am schließen des Ventils, sondern an seinem - Rolfs - Zweitregler interessiert ist und versucht, so schnell als möglich, an diesen dran zu kommen. Dabei steigen beide auf. Knapp unter der Wasseroberfläche haben sie die Situation wieder so weit im Griff, daß sie ein vollständiges Durchschießen verhindern können.
Trotzdem ist ihnen klar, daß ein derartig schneller Aufstieg aus dieser Tiefe die Gefahr eines Deko-Unfalls in sich birgt. Erstaunt mußten sie feststellen, daß Konrad (Tauchlehrer der DLRG) sie an Land gleich fragte, ob es sinnvoll sei, nach einem zu schnellen Aufstieg Sauerstoff zur Vorbeugung zu atmen. Im ersten Moment dachten sie, daß die Ereignisse ihnen ins Gesicht geschrieben stünden. Konrad meinte aber sich und seine beiden Tauchpartner, denn da kam es ebenfalls zu einem Vorfall.
Viktor hat erst knapp 30 Tauchgänge in seinem Logbuch stehen. Dieser Tauchgang war sein 2. mit einem Trocki und nur einem Atemregler. Bei Horst handelt es sich ebenfalls um einen erfahrenen Taucher, der den Großteil seiner mehr als 300 Tauchgänge im Süßwasser absolvierte. Horst und Viktor waren trotz 6m Sicht mit einer Buddy-Leine verbunden. Auf mehr als 30m vereiste der Atemregler von Horst. Sein Zweitregler ist so montiert, daß der Tauchpartner problemlos aus diesem atmen kann, er selbst den Regler aber nur durch unangenehmes verdrehen benutzen kann. Dadurch gerät er in Panik und schießt nach oben. Viktor, durch die Buddy-Leine mit ihm verbunden, muß mit - ob er will oder nicht. Er kann auch das Auslaßventil seines Trockis nicht schnell genug betätigen, so daß der Trocki zum "Hebeballon" wird. Er und Horst schießen durch. Konrad schießt hinterher, hat aber keine Chance einzugreifen.
Fazit
Bei Jens und Rolf hat die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und damit Leichtsinn zugeschlagen. Denn bjs jetzt waren alle Tauchgänge gut verlaufen, warum sollte man dann nicht mit einem einmal vereisten Atemregler weiter und vor allem tiefer tauchen?
In Konrads Gruppe reihten sich gleich mehrere Fehler aneinander:
Die Verkettung von einzelnen Problemen, mit denen man an zurecht kommen könnte, kann in Summe zur Katastrophe führen.
Erinnerungen an das Freibadtraining
Voll Freude pilgerte man das erste Mal zum Beckenrand. Oh wie lang so ein Becken sein kann! Also aufgepaßt ! Wird bei den Übungen die gleiche Bahnenanzahl wie im Hallenbad gewählt, führt dies zu einem gesteigerten Training (gell, Andreas ?).So prusteten auch einige sowohl, weil es eiskalt als auch weil die Kondition nicht dem Freibad angepaßt war.
Der erste im Wasser war wieder einmal Reimund, der aber auch schon so früh im Wasser verschwand, daß ihm auch gar keiner den Titel, den er seit mindestens 1996 innehat, streitig machen konnte.
Des öfteren hatten wir den Wind als größtes Problem. Hielt man sich unter Wasser auf, war´s gut. Also viel Streckentauchen und dann flug´s in´s Warmwasserbecken, wo man sich dann wie ein Krebs im kochenden Wasser fühlte.
Wenn es mal wieder regnete (wann schien schon die Sonne ? zwei- oder dreimal ?) mußte man darum kämpfen, daß nicht alle Bahnen zugezogen wurden, denn nicht alle Schwimmeister kannten die Tümpeltauchertrainingszeiten.
Wenn`s am ärgsten regnete, kamen die meisten Tümpeltaucher zum Training : 14 war der Rekord ! Bei Sonnenschein waren es dann allerdings auch einmal nur vier. Vielleicht wegen den Sommerferien, vielleicht aber auch, weil es ein Taucher nun einmal rundum naß braucht? Um Badegäste auf den Verein aufmerksam zu machen, die sich im Schwimmbad wegen den verlängerten Öffnungszeiten aufhielten, wurde kurzerhand ein Gerätetraining abgehalten, wobei die 4 Liter-Flaschen zum Einsatz kamen und Gisela, Sebastian, Karin, Gregor und Sonja ins Sprungbecken sprangen. Nach verschiedenen UW-Übungen ging es mit UW-Rugby los. Gregor und Gisela gegen Karin und Sonja. Oh je, welch Flossen- und Schlauchgewirr! Gisela umklammerte verbissen den Ball und gab ihn ohne Rücksicht auf Verluste um keinen Preis ab. Endstand 2 : 2 und - oh Wunder ! - alles noch dran.
Welche Faszination Kinderspielzeug auf Vorstandsmitglieder ausübt, bekam man an einem regnerischen Tag zu sehen. Die Rutsche verleitete gerade dazu, benutzt zu werden und sich mit lauten Ah in´s Wasser platschen zu lassen. Oder erst der Ball - es ging zu, wie auf einem Bolzplatz - das ganze nur im Wasser und bei eisigem Wind.
Fazit : Im Winter ist es entschieden wärmer !
Von innen befeuchteten wir uns anschließend in der Kneip. Pizza wurde vorsorglich vom Freibad aus per Handy bestellt. Man möchte sein Essen schließlich noch bei Tageslicht bekommen, sonst sieht man ja seine Peperoni nicht mehr !
Kurznotizen
Still und heimlich hat unser Mitglied Peter Weber Ende August
geheiratet und unverschämter Weise auch noch während unserer
Vereinsfahrt gefeiert ! Gleichwohl wünschen wir seiner Frau und
ihm nochmals auf diesem Wege alles Gute auf ihrem nunmehr
gemeinsamen Weg. Vielleicht findet seine "bessere
Hälfte" auch Spaß am kühlen Naß ?
Wenzel wurde nicht nur kürzlich Opa, sondern feierte am
28.08.1998 auch seinen 50 Geburtstag ! Wir haben ihm zwar
großteils schon persönlich gratuliert, wünschen ihm aber
hiermit insbesondere, daß er jetzt wieder seine
Trainingsbegeisterung entdeckt (Anni würde sich freuen) und
vielleicht auch einmal an den Tauchsonntagen in Schönbach
teilnimmt.
Herzlichen Glückwunsch auch an Heike, die am 26.09.1998 Ihren
40.Geburtstag feierte.
Unserem Mitglied Reimund wünschen wir gute Besserung und viel Erfolg bei der Rehabilitation. Seh optimistisch in die Zukunft und laß den Kopf nicht hängen !
"Retten - Bergen - Töten" vom 1. und 2. August 1998
oder
Sonderbrevet "Tauchsicherheit und Rettung" aus der Sicht eines Ausbilders
Mitte Juli fragte Hartmut Kroll (Landesverbandsarzt des HTSV), ob ich Zeit und Lust hätte, bei diesem Sonderbrevet in Schönbach mitzuarbeiten. Ich sollte einerseits 25 Minuten zum Thema "Aufgaben der Sicherungsgruppe" referieren und andererseits mit einer Gruppe die Praxis üben. Da Gregor an diesem Sonderbrevet sowieso teilnehmen wollte, fiel die Entscheidung natürlich leicht. Einzige Bedingung: Gregor ist nicht in meiner Gruppe. (Soetwas sollte bekanntlich dem Eheleben nicht zuträglich sein.)
Mein Referat hatte ich relativ schnell vorbereitet, wobei mir allerdings nicht so ganz klar war, was ich 25 Minuten lang erzählen sollte. Aber ich tröstete mich mit dem Gedanken, daß Hartmut gerne lange redet und somit eine kürzere Referatszeit von mir mit Sicherheit problemlos nutzen wird.
Da sich die Referenten 30 Minuten vor den Teilnehmern trafen, durfte auch Gregor früher raus. Er wurde natürlich gleich in die Organisation eingespannt, denn das Stromaggregat war noch zu holen. Dann ging es mit 18 Teilnehmern los.
Während den einzelnen Vorträgen vergnügten sich die anderen Referenten als Parkwächter. Leider wurden in den letzten Jahren während derartiger Veranstaltungen mehrfach Autos aufgebrochen und Ausrüstung geklaut, so daß dieser Dienst unbedingt notwendig ist. Für mich hieß das, die Zeit vor meinem "Auftritt" in der Sonne stehen und mit den anderen Ausbildern tratschen, sprich Erfahrungen austauschen.
Kurz vor dem Mittagessen (traditionellerweise heiße Fleischwurst) war ich dran. Es hat Spaß gemacht, und Hartmut hatte anschließend ausreichend Zeit die ABC Übungen und den Tauchgang am Nachmittag zu erklären ... Gregor war nicht in meiner Gruppe!!!!
Die ABC Übungen waren auf 4 Stationen aufgeteilt:
Sabine und ich waren für die letzte Station verantwortlich und hatten dabei auch noch einen Lerneffekt. Nachdem alle Gruppen durch waren, kannten wir insgesamt 4 Versionen, wie man einen Bewußtlosen in den Schultertragegriff bekommt. Ich hatte am nächsten Tag nur ein kleines Problem. Die Herren waren im allgemeinen doch um einiges schwerer als ich (so gegen 80kg). Trotzdem mußte ich sie zu Demonstrationszwecken durch die Gegend wuchten. Und mir tat dann der rechte Arm weh.
Beim ersten Tauchgang waren das Üben der unterschiedlichen Griffe zum Bergen an der Reihe. Meine Gruppe zeigte sich als sehr angenehm. Sie waren taucherisch gut drauf, machten aber alle die typischen Fehler, die einem bei diesen Bergungen anfänglich so unterlaufen. Das gab mir ausreichend Gelegenheit zum Meckern - was das Selbstwertgefühl als Ausbilder hebt - aber ich mußte mich nicht ärgern.
Nach dem Kampf um die Zimmer standen Abendessen und gemütliches Beisammensein auf dem Programm. Es wurde so mancher Taucherschwank zum Besten gegeben.
Der Sonntag war von der Praxis gekennzeichnet. Zwei Tauchgänge mit diversen Zwischenfällen waren ohne größere Pause angesagt. Zusätzlich wurde die jeweilige Sicherungsgruppe durch die ein oder andere Einlage auf die Probe gestellt. So beschloß Hartmut, daß ich zur Abwechslung mal ohnmächtig ins Wasser fallen könnte, denn sinnlos rumstehen sei ja nicht drin (ich wartete gerade auf einen "meiner" Taucher, der nicht in den Anzug pinkeln wollte). Ich wankte also zum Wasser. Gregor war gerade als "Eingreifperson" eingeteilt. Entsprechend schnell war die Reaktion, denn ihm war klar, wenn ich soooooo unschuldig zum Wasser spaziere, kann das nur eine Schweinerei sein. An der raschen und kompetenten Rettung gab es nichts auszusetzen. Hartmut fand zwar trotzdem was zum Meckern, aber dazu ist man ja Lehrgangsleiter.
In meiner Gruppe zeigte sich, daß Mängel in der Gruppenführung direkt zu Problemen bei der Bergung führen. Es fehlt ein Tauchpartner? War da überhaupt einer?????? Jedenfalls pfiffen die Computer und am Ende waren alle oben und paddelten - bis auf einen; nämlich dem "Opfer" zum Ufer. Nachdem der Ärmste an Land war, wurde an HLW-Puppen die weitere Vorgehensweise geübt.
Jedenfalls verlief die Schlußbesprechung in meiner Gruppe sehr harmonisch und mit Gelächter. Es ist klar, daß zwei Tage nicht ausreichen, die entsprechenden Techniken bis zur Perfektion zu erlernen. Das erfordert einiges an zusätzlicher Übung. Die Grundlagen dazu wurden geschaffen.
Für mich war es toll als Ausbilderin auf Landesverbandsebene aktiv zu sein. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen hat sehr viel Spaß gemacht. Das lag natürlich auch an den Teilnehmern, die uns die "Arbeit" durch ihr Engagement erst so richtig ermöglichten.
Und ganz zum Schluß noch etwas Werbung: im nächsten Jahr findet dieses Sonderbrevet wieder statt; einmal am Edersee und einmal in Schönbach.
Silber-/Gold-Kurs 1998
Am Anfang war diesmal nicht das Wort, sondern das große Puzzlespiel : Wir bringt man alle Wünsche der Teilnehmer unter einen Hut. Da gab es Spätschichten, berufliche Projekte, Ferienjobs usw.
Nach mehreren Sondierungsgesprächen stellte sich folgendes heraus :
Bernhard muß aus beruflichen Gründen den Kurs verschieben, Jens ist mit Ferienjob stark belastet und bricht nach halben Orientierungskurs ab, Gregor, Jan und ich einigen uns auf einen geballten Theorieunterricht während der Woche Ende Juli.
Während des Unterrichts lernen nicht nur wir einiges neues, auch "Schmitt´s Katz´" Merlin erweiterte seinen Wissenshorizont. Zum Beispiel, daß sich Schatten an der Wand, speziell Zeigestöcke , nicht fangen lassen und daß man Frauchen und Herrchen nicht damit ärgert ,bei fremden Leuten schnurrend auf dem Schoß zu sitzen.
Bei der Theorie Prüfung durfte gelacht werden , denn so manche Ankreuzfrage konnte unsere Lachmuskeln nicht ruhig halten.
Das Orientierungswochenende wurde mit Jörg Eyber durchgeführt, da Karin das " Sofa" hüten mußte.
Schönbach überraschte uns mit guter Sicht und so sahen wir trotz Kompaß unseren Hecht. Sowohl Boje als auch Baum wurden getroffen. Von einem mehr, vom anderen weniger.
Irmtraut bescherte uns auf der Rückfahrt noch eine " Mautgebühr" von 20 DM . Wir lernen daraus : Fahre niemals durch eine gesperrte Baustelle , wenn die Polizei ihre Revierkasse auffüllen möchte.
Die Praxisprüfung fand Ende September statt. In das kühle Naß wagten sich Karin, Gregor und Jörg im Trocki. Jan im Halbtrockenen und ich im Nassen. Die Übungen verliefen relativ reibungslos. Etwas Übungsbedarf gab es beim flossenlosen Aufstieg und beim Kompaßtauchen. Ohne Kompaß fand ich danach das Ruderboot ! Alle Opfer wurden lebendig an Land gebracht . In den Pausen gab es u. a. "Prüfungskuchen" von Silvia.
Am Ende des Kurses bekam Gregor Schmidt das VDST-Gold-Abzeichen und Jan-Ole Schmidt das VDST- Silber-Abzeichen überreicht. Und ich ? Ich übe mich nochmals im Kompaßtauchen. Vielleicht finde ich ja wieder einmal erfolgreich - wie auch beim Orientierungskurs - die richtige Stelle.
Durchweichtes Logbuch
Faschingstraining 1998 - ein Rückblick
Auch in diesem Jahr haben Bernhard und Andreas auf vielfachen Wunsch hin (u.a. von vielen Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung 1997 geäußert) ein Faschingstraining vorbereitet. Die Beteiligung an dieser Veranstaltung war jedoch leider - gelinde gesagt - mangelhaft. Offenbar ist vielen nicht bewußt, daß die entsprechenden Vorbereitungen sehr arbeitsintensiv sind. Es ist daher ziemlich demotivierend, wenn zunächst eine bestimmte Veranstaltung gewünscht wird, diese aber später von kaum jemanden besucht wird.
Bernhard macht eine Organisation eines "Faschingstrainings 1999" verständlicherweise von einer größeren Beteiligung abhängig und wird das Thema auch auf der Jahreshauptver-sammlung ansprechen.
Auf diesem Wege nochmals vielen Dank an alle, die den Übungsabend vorbereitet und
den Teilnehmern einen besonderen Faschingsspaß bereitet haben !